Aktuelles

Bezirksliga 2016/17 Rde. 1:
KSP II erkämpft Remis gegen TuS Ende

In einem Mannschaftskampf mit vielen Irrungen und Wirrungen beiderseits konnten die Königsspringer nach 1,5:3,5-Rückstand nach fast 6 Stunden noch ein Remis mit nach Hause nehmen.


Eigentlich gehört TuS Ende (neben den unberechenbaren Schachfreunden aus Herdecke) zu den ausgewiesenen Ligafavoriten und hat in Bestbesetzung einen durchschnittlichen DWZ-Vorteil von über 70 Punkten gegenüber der Königsspringer-Zweitvertretung. Allerdings fehlten zu diesem Mannschaftskampf den Endern zwei der 1900er-Big-Guns an Brett 1 und 4 und damit war der Ausgang des Kampfes bei annähernder Gleichheit im DWZ-Mannschaftsschnitt (wenn man denn danach gehen möchte ;-) gegen die in Bestbesetzung angetretenen Königsspringer völlig offen.

Das war allerdings nach gut drei Stunden nicht mehr der Fall: Schnellen Remisen von Lothar Richtarsky gegen seinen "alten Kampfgenossen" Rainer Bramkamp (die beiden haben im vergangenen Jahrtausend häufig die Klingen gekreuzt) und von Martin Schlegel gegen Wolfgang Deinert folgten eine Niederlage von Ariane Kamrath gegen Matthias Boeck, ein weiteres Remis von Friedwalt Böning gegen Jan Hetzel sowie eine deftige, weil völlig unnötige Niederlage von Michael Kanders gegen Herbert Brinkmann. Unnötig war sie objektiv, weil sie nach einer eigenen Gewinnstellung erfolgte (die Blechkiste sagt +4,5 für Weiß), deftig, weil nach drei schwachen weißen Zügen Herbert Brinkmann den Punkt resolut nach Hause brachte.

Zwischenstand nach rund drei Stunden also 1,5:3,5 - und die noch offenen Partien sahen nicht so aus, als ob für die Königsspringer hier noch ein Mannschaftspünktchen zu holen sei. Gut eineinhalb Stiunden später gab es dann den ersten Hoffnungsschimmer: Ralf Mellis setzte sich im Endspiel (mit Läufer und drei Bauern gegen Turm und Bauer von Mario Hetzel) durch - 2,5:3,5. Gegen 20 Uhr endete dann der verbissene Kampf an Brett 2 zwischen Bernd Nolte und Gerald Dyker Remis - ein Matt in 1 für Bernd direkt nach der Zeitkontrolle hatten beide Spieler nicht auf dem Schirm - 3,0:4,0.

Nun hing der Ausgang des Kampfes also nur noch vom Spitzenbrett ab: Hier hatte Tim Urlacher früher bereits einmal Remis angeboten, was von Thomas Schulte-Pillot - mit Mehrbauer (wenn auch Doppelbauer) im Turmendspiel - verständlicherweise abgelehnt worden war. Nun war es - bei bedenklich knapper werdender Zeit - an Thomas, Remis zu bieten, was angesichts des Punktestandes von Tim ebenso verständlicherweise abgelehnt wurde. Beendet wurde das Ganze - mittlerweile hatte Tim einen Mehrbauern! - auf Antrag von Thomas dann nach FIDE-Regel G4: Thomas - mit inzwischen weniger als 2 Minuten gegen 14 von Tim - beantragte, da mit elektronischen Uhren gespielt wurde, völlig korrekt den Wechsel in den Increment-Modus (jeder Spieler erhält pro Zug 5 Sekunden zu seiner Zeit hinzu; der Antragsgegner erhält zusätzlich 2 Minuten). Tim stimmte - natürlich - zu (eine Ablehnung hätte remis bedeutet!) und konnte nach einigen weiteren Zügen seinen Mehrbauern durchbringen - 4:4, uff.